Das Quartet . Für Audio, bitte here klicken
Zwei bestehende Duos aus verschiedenen
Hintergründen haben sich zusammengefunden, um eine einzigartige Kombination von
Persönlichkeiten und Repertoire zu bieten. Die Musiker sind:
- der amerikanische Sänger Derek Lee Ragin, der eine der herausragendsten Stimmen unserer Zeit
besitzt, "die" Stimme im preisgekrönten Film "Farinelli";
- die Schweizer Barock Violonistin Maya Homburger, die sowohl als
brillante Solistin wie auch als Leiterin erstklassiger Ensembles auftritt;
- der innovative britische Kontrabassist Barry Guy, im Vorfeld der
zeitgenössischen Jazz- und klassischen Szene;
- der Schweiz-Amerikaner Peter Croton, Dozent an der Schola Cantorum Basiliensis, der nicht
nur einer der führenden Lautenisten seiner Generation ist, sondern auch ein
bekannter und fantasiereicher Komponist von Lautenliedern.
Das Repertoire umfasst sowohl Musik von
Komponisten aus dem 17. Jahrhundert wie H.I.F.
Biber und Girolamo Frescobaldi,
als auch zeitgenössische Kompositionen von Arvo
Pärt, Barry Guy und Peter Croton. Das Quartett befasst sich nicht nur mit
historischer Aufführung und zeitgenössischer Musik, sondern auch mit
Kompositionen von Barry Guy über Fragmente von Biber, oder neuen Bearbeitungen
für Laute und Stimme von Peter Croton über Texte von William Shakespeare und John
Dowland. Im Februar 2009 gaben sie die Weltpremiere von Arvo Pärts neuem
Werk "Sei gelobt du Baum".
Aus der Presse:
„Eine hochkarätig besetzte Klassik-Formation sorgte am
Freitagabend für Begeisterung…
Die Abendmusiken und Instrumenten-Sammlung Willisau
realisierten ein exklusives Ereignis: vier renommierte Musiker führen ein neues
Stück des bedeutenden Komponisten Arvo Pärt weltweit zum ersten Mal auf. Die
grossen Namen verfehlten ihre Wirkung nicht und lockten 200 Besucher nach
Willisau. Die reformierte Kirche was bis auf den letzten Platz gefüllt, als der
Amerikanische Countertenor Derek Lee Ragin den Abend mit einer Hymne aus dem 8.
Jahrhundert eröffnete… Rund um diese Komposition stellten die vier Musiker ein vielfältiges
Programm aus alter und neuer Musik zusammen… Bassist Barry Guy übernahm dabei
eine prominente Rolle. Besonders in seinen eigenen Kompositionen und einem
improvisierten Solo zeigte er sein können. Wie einen Donnergrollen mutete das
Bass-Spiel stellenweise an, in nervösen und freien Passagen liebäugelte Barry
Guy mit avantgardistischem Jazz, aber immer wieder kehrte er auch zu
harmonischen Momenten der Ruhe zurück. Seine Hommage an den Schweizer Künstler
Max Bill darf als Glanzpunkt gewertet werden. Barry Guy und Maya Homburger
trommelten unentwegt auf die Saiten ihrer Instrumente und hypnotisierten so das
Publikum. Mit unerwarteten Überleitungen in experimentelle Parts wiederum riss
das eingespielte Duo die aufgebaute Stimmung ein – die Hörer reagierten begeistert.
Wenn Derek Lee Ragins Tenor in der Vordergrund trat, herrschten
im Gegenzug eher Konventionelle Liedformen vor. In „Come, heavy sleep“ oder dem
beschwingten „Can she excuse“ des britischen Komponisten John Dowland verlor
sein Gesang selbst in den höchsten Passagen nichts von seiner Wärme und Fülle. Peter
Crotons Laute und Quinterne… bildeten den Rahmen, den das Ganze zusammenhielt. In
den ruhigen Stücken mit Lee Ragin bildete sein Lautenspiel den ruhigen Gegenpol
zum erregten Gesang.“
Willisauser Bote, 3. März 2009

Die Künstler:
Derek Lee
Ragin gehört zu der Spitzengruppe der international gefeierten Countertenöre –
nicht ohne Grund war er es, der dem Kastraten Farinelli im gleichnamigen
Erfolgsfilm 1994 Stimme verlieh (Golden Globe Award 1995 für Best Foreign Film,
Golden Record Award 1996 in Cannes). Er gilt als Meister des barocken
Vokalstils, jedoch auch als renommierter Interpret Neuer Musik. 1983 debütierte
er bei den Festwochen für alte Musik in Innsbruck in einem Konzert und erregte
sogleich als Countertenor großes Aufsehen. 1984 hatte er ähnliche Erfolge in
der Londoner Wigmore Hall und beim Festival von Aldeburgh. Ebenfalls 1984 sang
er als erste Partie auf der Bühne die Titelrolle in Tamerlano von Händel am
Opernhaus von Lyon und bei den Händelfestspielen von Göttingen. 1986 gewann er
den internationalen Gesangwettbewerb der ARD in München, 1984 den
Bach-Wettbewerb in Leipzig, bereits 1983 den Purcell-Britten Preis für
Konzertsänger. 1988 debütierte er dann auch an der Metropolitan Oper New York
als Titelheld in Händels Giulio Cesare in einer konzertanten Aufführung des
Opernwerks. Große Erfolge im Konzertsaal und vor allem als Oratoriensolist bei
Auftritten in Frankfurt a.M., München, Stuttgart, Köln, Venedig, Mailand,
Bologna, in New York, Amsterdam, Boston, Atlanta City, San Francisco,
Washington und beim Maryland Handel Festival in London.
Bekannt
wurde er auch durch Rundfunksendungen, so in einem Gala-Konzert über BBC London
(1984). 1990-92 sang er bei den Festspielen von Salzburg die Titelpartie im Orpheus
von Gluck und die Speranza in Monteverdis Orfeo. An der Oper von Monte Carlo
gastierte er 1990 in Flavio von Händel, 1990-91 an der Oper von Budapest wieder
als Orpheus, 1992 beim Festival Alter Musik in Innsbruck in Don Chisciotte in
Siera Madre von Francesco Conti. Bei den Händel-Festspielen in Halle/ Saale
übernahm er 1993 die Partie des Medoro in Händels Orlando, an der Königlichen
Oper Kopenhagen 1996 den Arsamene in Serse. 1994 gab er Liederabende in Berlin.
Er galt als großer Händel-Interpret, beherrschte aber in seinem interessanten
Stimmfach ein Repertoire von sehr großen Umfang.
Schallplatten:
Philips ("Dido and Aeneas" von Purcell, "Saul" von Händel,
Titelheld im "Orpheus" von Gluck), Erato ("Tamerlano" von
Händel, 1985; "Teseo" von Händel), Harmonia mundi ("Giulio
Cesare" und "Flavio" von Händel), Capriccio ("Cleofide"
von J.A. Hasse), Etcetera (Lieder von Purcell und B.Britten, Cantate da Camera
von Vivaldi), Canale Grande (italienische Lautenlieder), Hungaroton, Channel
Classics (Händel-Kantaten, italienische Lautenlieder mit Peter Croton), Astrée
("La musique au temps des Castrats"), Novalis ("La deposizione
della Croce" von Fux), Collins (Kantaten von B.Britten).
Gebürtige Schweizerin, Maya Homburger studierte
am Konservatorium Bern, wo sie mit dem Solistendiplom bei Eva Zurbrügg
abschloss. Weiterbildung bei Ivan Galamian in USA und Eduard Melkus in Wien.
Während acht Jahren war sie Mitglied der Camerata Bern, spezialisierte sich
aber daneben mehr und mehr auf das Duo Repertoire für Barockvioline und
Cembalo. Zusammen mit dem Cembalisten Andreas Erismann spielte sie für viele
Festivals in Deutschland, Österreich, Italien und USA. Gesamt- aufführungen von
J.S.Bach's sechs Sonaten für obligates Cembalo und Violine und die
Rosenkranzsonaten von H.I.F.Biber sind ihre Spezialität.
1986 übersiedelte Maya Homburger nach England, wo sie in
zahlreichen sog. “period instruments”
Ensembles mitwirkte wie z.B. The
In 2000 war Maya Homburger
Konzertmeisterin und Solistin für John Eliot Gardiner's Bach Kantaten Projekt
und spielte 52 Kantaten in den schönsten Kathedralen und Kirchen Europas.
Barry Guy, geboren 1947 in London, zählt
zu den innovativsten Kontrabassspielern und Komponisten. Durch seine kreative
Vielfältigkeit und mit seiner Begeisterung für das Experimentelle wurde Barry
Guy zu einem wesentlichen Neuerer der Improvisierten Musik. Seine Suche nach
dem Ideal der musikalischen Kommunikation liess ihn 1970 zum Gründer des
berühmten London Jazz Composers Orchestra
(LJCO) werden, für das er auch einen Grossteil der Kompositionen
schreibt. Sein profundes und innovatives Schaffen spiegelt sich in einer
aussergewöhnlichen Serie von Kompositionen für Kammermusikensembles und grosses
Orchester. Als Solist hat Barry Guy die Technik für das Kontrabassspiel radikal
erweitert und neue Massstäbe gesetzt. Musiker wie Evan Parker, Barre Phillips,
Irène Schweizer, Marilyn Crispell, Mats Gustafsson und viele andere schätzen
ihn als langjährigen Partner in den unterschiedlichsten Formationen und
Projekten. 1999 war er "Composer in Residence" in München, 2001 in
Halifax (Kanada) und 2003 im Davos
Festival wo er einige seiner Werke und eine Auftragskomposition aufführte.
Seine Karriere begann Barry Guy aber als Kontrabassist der renommierten
"Academy of Ancient Music", in der er 12 Jahre Mitglied war. Er ist
heute noch einer der gesuchtesten Spezialisten für barockes Kontrabassspiel. So
erstaunt es nicht, dass Barry Guy sehr an der Verbindung dieser beiden
Musikarten, zwischen denen er starke Affinitäten sieht, interessiert ist.
Neben der Improvisation nimmt für Barry
Guy aber auch die Komposition einen breiten Raum ein. Ausser den
grossangelegten Orchesterwerken für das London Jazz Composers Orchestra und das
“Barry Guy New Orchestra” (BGNO) - komponierte er unter anderem für das City of
London Sinfonia Orchester “After the Rain” (1992) und Concerto for Orchestra -
“Fallingwater” uraufgeführt in London im Oktober 1996, für das Hilliard
Ensemble “Coup de Dés” (aufgenommen auf CD für ECM), für Fretwork “Buzz” ,für
das Cello Ensemble der Academy of St.Martin in the Field “Look Up”., für Thomas
und Patrik Demenga “Redshift” (ebenfalls auf ECM) und “Folio” für Streichorchester und
Solisten, das Ende 2005 mit dem Münchner
Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Poppen auf ECM erschienen ist.
Der
Schweizer-Amerikaner Peter Croton unterrichtet Laute, Generalbass und
Historische Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis, sowie an den
Hochschulen für Musik in Basel und Bern. Sein Repertoire umfasst Werke des 16.
bis 21. Jahrhunderts, Eigenkompositionen, sowie "folk music" aus verschiedene
Ländern. Peters musikalische Wurzeln in Folk und Jazz wurden durch eine
profunde Ausbildung in Alter Musik am Oberlin Conservatory of Music (USA) und
an der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz) mit Eugen Dombois und Hopkinson
Smith ergänzt. Unter seinen Auszeichnungen ragen der erste Preis beim
internationalen Wettbewerb für Alte Musik 1984 („The Erwin Bodky
Competition") in Boston, USA, und Preise beim internationalen
Lautenwettbewerb „Guitar 84" in Toronto, Kanada und 1983 beim internationalen
Wettbewerb „Concert Artists' Guild" in New York City heraus.
Seit 1984
hat er mehrere CD- und Rundfunkaufnahmen als Solist und Kammermusiker vorgelegt
(Deutsche Harmonia Mundi, Virgin, Channel Classics, Guild, u.a.), und seine
neuste CD, „Bach on the Italian Lute“, ist neulich bei Guild erschienen. Peter Croton gibt Konzerte in ganz Europa und
den USA als Solist und im Ensemble. Er konzertierte mit Künstlern wie Theresia
Bothe (www.bothecrotonduo.com),
Derek Lee Ragin Andreas Scholl, Rene Jacobs, Susanne. Rydén, und Nigel Rogers.
Auftritte an den folgenden internationalen Festivalen: Rheingau Musik Festival,
Kissinger Sommer, Festspiele Europäische Wochen Passau, Tage Alter Musik
Regensburg, Staufener Musikwoche, Innsbrucker Festwochen der alten Musik,
Niedersächsische Musiktage, Mosel Festwochen, Kultursommer Nordhessen, Les Arts
Jaillissants – Savoie, Festival des Cordes Sensibles, Early Music Vancouver,
Early Music Guild Seattle u.a.
Peter
Croton tritt auch als Komponist verschiedener Stilrichtungen in Erscheinung. Im
Jahr 2001 wurden sechs seiner Werke von der Deutschen Lautengesellschaft
veröffentlicht, und im 2009 wurden vier von seinen Lautenliedern mit Texten von
William Shakespeare herausgegeben (Tree Edition). Er ist Autor des Lehrbuches
"Generalbass auf der klassischen Gitarre - ein praktischer Lehrgang nach
historischen Prinzipien", neulich beim Amadeus Verlag erschienen.